DAS NEUE TIERSCHUTZGESETZ

Das neue Tierschutzgesetz geht uns alle an, ob Züchter, Halter oder Hundesalons. Wenn wir jetzt nichts tun, werden alle Hunde nach und nach verschwinden.

Es geht nicht nur um die Zucht, es ist auch jegliche Prüfung wie z.b. Begleithundeprüfung, Agility, Jagdhunde, alle Prüfungen sind nicht mehr erlaubt. Jeder Züchter und Halter muss sehr aufwendig seinen Hund vom Tierarzt untersuchen lassen mit vorgefertigten Formularen vom Veterinäramt, der Preis dieser Untersuchungen liegt ganz schnell im vierstellingen Bereich. 

ILaut §10TierSchHuV mvon meiner Homepage nehmen.

Quelle: Judith Freudenberg, Tierärztliche Hochschule Hannover

Für alle die glauben, dass „ihre“ Rasse von der Auslegung der „Qualzucht“ (TierSchHuVo und TierSchG) nicht betroffen sei und Austellungen eh egal seien, da sie eh niemals teilnehmen würden…

Laut QUEN soll auf das Ausstellungsverbot nun auch das ZUCHTVERBOT und die UNFRUCHTBARMACHUNG folgen – siehe
https://qualzucht-datenbank.eu/

Wer glaubt, dass sei rechtlich nicht durchsetzbar – bei Zucht-Sphinxkatern ist die Kastration 2015 schon gerichtlich angeordnet worden. https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Canadian-Sphinx-Katze-Grundsatzurteil-zu-Nacktkatzen-Haarloser-Kater-muss-kastriert-werden-id35590512-amp.html

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For breeders thinking that „their“ breed isn’t in danger of being a „torture breeding“ per legislation (TierSchHuVo and TierSchG) in Germany.

Database QUEN (apparently for federal veterinarians) shows on its webpage that a BREEDING BAN and INFERTILISATION is imminent – see
https://qualzucht-datenbank.eu/

Already in 2015 Sphinx cat males (used for breeding) were neutered as a German court gave its authorisation to ban torture breeding.

https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Canadian-Sphinx-Katze-Grundsatzurteil-zu-Nacktkatzen-Haarloser-Kater-muss-kastriert-werden-id35590512-amp.html

 

 

3.3.202 Quellenangaben: Mit freundlicher Genehmigung von Éduar Elster

Sind Nackthunde eine Qualzucht?

Qualzucht bei Hunden ist im Moment ein sehr hitziges Thema das mir viele schlaflose Nächte bereitet. Viele haben sich über das Verbot von der Zucht der Englischen Bulldogge und des Cavalier King Charles Spaniels in Norwegen gefreut. Ich finde diese Entwicklung bedenklich und nicht zum Wohle der Tiere.
Ohne Frage sind diese beiden Rassen stark belastet und Verbände, Züchter sowie Liebhaber der Rassen haben es versäumt, die Gesundheit in irgend einer Weise zu fördern. Die Belastungstests sind ein Witz, die auch jede Schildkröte bestehen könnte und keine Aussage über die wirkliche Gesundheit des Tieres erbringt. Es gäbe bessere Möglichkeiten, diese jetzt zu erläutern wäre jedoch zu ausschweifend. Gerne kann ich darüber einen anderen Beitrag verfassen.
Jedenfalls ist dieses Verbot der erste Schritt zu weiteren Verboten, denen auch Hunderassen zum Opfer fallen könnten, die weit weg von echter Qualzucht stehen. Generell ist Qualzucht (1) weniger eine Frage der Rasse, sondern vielmehr die Frage von Zucht und Nachfrage. Je mehr Extreme gewünscht werden, umso eher werden sie auch produziert. Hier muss das erste Umdenken stattfinden, um unsere geliebten Rassen zu erhalten, gesund und vital, ohne dessen Probleme schön zu reden. Da gehört gegebenenfalls eine Änderung im Rassestandard genauso dazu, wie die Einkreuzung von Fremdrassen. Auch dies ist ein sehr komplexes Thema, in das ich mich hier nicht vertiefen möchte. Es sollte uns Hundeliebhabern aber allen klar sein, dass ein Verbot zum Anderen führt und am Ende kann jede Rasse betroffen sein, denn in jeder Hunderasse finden sich Qualzuchtmerkmale, wenn man nur gründlich danach sucht. Deswegen ist Zusammenhalt wichtig! Wir müssen aufhören, mit dem Finger aufeinander zu zeigen: „Aber diese Rasse hat dieses Problem und jene Rasse Jenes und deswegen sind die Probleme meiner Rasse irrelevant.“ Das muss endlich aufhören! Keines der Probleme relativiert sich, nur weil andere Rassen auch betroffen sind. Wir lieben Hunde und wir alle bevorzugen bestimmte Eigenarten von Rassehunden und möchten diese auch in Zukunft erhalten. Dafür müssen wir zusammen arbeiten und uns gegenseitig unterstützen!
Hier und jetzt geht es um die Debatte bezüglich haarloser Hunderassen, die aktuell ohne jegliches Hintergrundwissen stigmatisiert werden.

Nackthunde sind keine neumodische Erscheinung. Sie gehören zu den Urhunderassen und existieren in ihrer heutigen Form seit nachweislich über 3500 Jahren (2). Dies belegen archäologische Funde (3). Was ich zusätzlich, während meinen Recherchen erfahren durfte, ist dass das FOXI3 Gen, das in der Kritik steht neben der Haarlosigkeit auch fehlende Zähne zu verursachen, seit ca 20 Millionen Jahren existiert und es Hundeartige gab die genau mit diesem, heute als fehlerhaften angesehenen Gebiss, gelebt haben (4).

Viele Forscher sind der Meinung, dass dieses Gen in der Evolution eine entscheidende Rolle bei der Bezahnung von vielen Säugetierarten, inklusive des Menschen, gespielt hat. Leider wurde bis jetzt zu wenig dazu geforscht und genaue Details sind nur im Zusammenhang mit Mäusen und Frettchen bekannt (4).
Im Grunde genommen sind nackte Urhunde lebende Fossilien, die uns sehr viel über Genetik und Evolution beibringen könnten. Aus Unkenntnis und falscher Tierliebe ziehen aber viele voreilige Schlüsse und wagen es die Natur selbst in Zweifel zu ziehen und sehen Nackthunde als ein menschlich gemachtes Übel an. Dies trifft bei weitem nicht zu, keine Rasse könnte nur und ausschließlich durch menschliche Einflüsse so lange überleben. Bevor diese Rassen in der modernen Hundezucht entdeckt wurden, sind sie beinahe durch den menschlichen Einfluss ausgestorben. Besonders die spanischen Konquistadoren in Mittelamerika wollten die „hässlichen“ Hunde ausrotten, da sie mit ihrer Hässlichkeit böse sein mussten (5). Zum Glück gab es Menschen, die den Wert dieser vergessenen, beinahe ausgerotteten Geschöpfe erkannt haben und sie als nationalen Schatz anerkennen ließen. Hier im Beispiel der Xoloitzcuintle aus Mexico (6) und der Peruvian Inca Orchid in Peru (5)

Wir merken uns hier an diesem Punkt, dass es sich bei den Nackthunden durch FOXI3-Gen- Mutation um antike, mehrere tausend Jahre alte Rassen handelt, die sich selbständig, ohne den Menschen, erhalten konnten, aber beinahe durch den Menschen ausgerottet wurden.

Kommen wir zu den Zähnen. Wir vergleichen ein für uns scheinbar ästhetisch mangelhaftes Gebiss mit anderen Hunderassen mit einem, für uns ästhetischem Gebiss, ohne zu bedenken, das beide Funktional sind und ihren Zweck erfüllen. Wäre dies nicht der Fall, könnten Straßenhunde und verwilderte Hunde der nackten Rassen nicht überleben, was sie aber nachweislich taten (7). Das Selbige trifft auch auf die Vibrissen (Tasthaare) zu, die ausnahmslos bei allen Nackthunderassen vorhanden sind. Deren unmanipulierte Länge ist kein Indiz, um eine Qualzucht zu bestimmen, da ihre genaue Funktion nicht ausreichend erforscht ist (8).
Maßstäbe der Ästhetik haben noch nie zu mehr Gesundheit bei Rassehunden geführt. Daher sollte Ästhetik keinen Stellenwert in der Debatte um Qualzuchten haben. Ein funktionelles Gebiss bleibt funktionell und führt nicht zu vermehrten Schmerzen oder Leid, nur weil diese nicht unserer ästhetischen Vorstellung entspricht. Erfahrungen von Nackthundehaltern zeigen, dass selbst eine Rohfütterung mit Knochen genauso praktikabel ist wie bei anderen Rassen.

Ähnliches Bild für die nackte Haut. Sie weist viele Vorteile auf, besonders im warmen Klima. Ektoparasiten haben kaum Möglichkeiten sich festzusetzen. Die Gefahr für Hautkrebs ist bei pigmentierter Haut nicht höher als bei anderen Rassen. Unpigmentierte Haut (weiß/rosa, weil pigmentlos) kann hingegen zu Problemen führen. Viele Züchter erstreben deswegen ein gutes, dichtes Pigment bei ihren Hunden. Im Rassestandard des Xolo wird festgehalten, dass weiße Abzeichen an Brust und Pfoten erlaubt sind (9). Beim PIO oder auch Perro Sin Pelo Del Peru darf sich der Weissanteil am Körper nicht über eine Fläche von 20% ausbreiten, ansonsten führt es zur Disqualifikation (10). Ähnliche Vorschriften sollten meiner Meinung nach bei der Zucht des Chinese Crested Dogs und des American Hairless Terriers auch eingeführt werden.
Die Wundheilung von nackter Haut ist erheblich schneller und unkomplizierter als bei störender Behaarung, dies ist ebenfalls ein evolutionärer Vorteil.

Merken wir uns hier, dass die Funktionalität des Gebisses durch die veränderte Bezahnung nicht erheblich beeinträchtigt wird. Abhängig von der klimatischen Region kann die Haut von nackten Hunden sogar Vorteile gegenüber behaarten Artgenossen aufweisen. Ein gutes Pigment wird bereits bei einigen Rassen züchterisch bevorzugt. Vibrissen sind vorhanden.

Eine weitere Debatte dreht sich um die Letalität des FOXI3-Gens in reinerbiger Form. Es gibt faktisch keine reinerbigen Nackthunde mit dem FOXI3-Gen. Diese werden vermutlich als Fötus im Mutterleib bis zur vierten Lebenswoche absorbiert (11). Eine Geburt eines reinerbigen Hundes konnte noch nicht nachgewiesen werden. Alle Nackthunde mit diesem Gen sind mit nackter Haut mischerbig, somit können zwei nackte auch behaarten Nachwuchs zeugen. Bevor der Erbgang diesbezüglich erforscht wurde, ging man fälschlicherweise von einem rezessiven Gen aus. Bei Experimenten zur Vererbung entdeckte man die dominante Erbweise, sodass auch Kreuzungen mit anderen Rassen zu nackten Individuen führten (4). Behaarte Exemplare der Rasse sind reinerbig für den Wildtyp (normale Behaarung). Das FOXI3-Gen ist bei diesen behaarten Hunden nicht nachweisbar.
Sollten ethische Bedenken bezüglich der Absorption der Föten bestehen, ist dies durch die Verpaarung von behaarten mit nackten Individuen lösbar. Die Verpaarung von einem reinerbigen Wildtyp und einem FOXI3-Genträger kann nicht zu einem reinerbigen FOXI3-Gen Fötus führen.

Wir fassen in diesem Punkt zusammen, dass das Letalgen nicht zu Schmerzen oder Leid bei Hunden führen kann, da diese gar nicht erst geboren werden. Sollten ethische Bedenken wegen der möglichen Resorption von Föten bis zur vierten Lebenswoche bestehen, lässt sich diese durch züchterische Maßnahmen beheben.

Es gibt auch weitere Nackthunderassen, deren Genetik nicht auf das FOXI3-Gen zurückzuführen ist. Nennenswert ist diesbezüglich der American Hairless Terrier, dessen Genetik in der Tat rezessiv ist. Nur reinerbige Exemplare mit dem Gen für Haarlosigkeit werden auch nackt. Ihre Genmutation beeinflusst die Bezahnung nicht, diese unterscheidet sich nicht von ihren behaarten Artgenossen (11). Ebenfalls ist keine letale Wirkung des Gens bekannt. Die Nacktheit entsteht durch eine Mutation auf dem SGK3-Gen (11). Eine Mutation dieses Gens führt unter anderem auch beim Deerhound zu nackten Exemplaren mit ebenfalls vollständiger Bezahnung (12). Leider werden Hunde mit dem Gen aus der Zucht raus selektiert, obwohl es zu keinerlei gesundheitlichen Einschränkungen der Hunde ohne Fell führt. Wieder eine rein ästhetische Entscheidung. Ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass der Mensch ein nackter Primat ist.
Das spontane Auftreten nackter Individuen in verschiedenen Rassen lässt vermuten, dass auch die Mutation des SGK3-Gens schon längere Zeit existiert und keinen menschlichen Einfluss brauchte, um zu entstehen. Beim Rat Terrier wurden durch die Besitzer des ersten dokumentierten nackten Welpen die Vorteile der Haarlosigkeit erkannt und züchterisch so die Mutation erhalten. Auch wenn die ersten Schritte der Zucht auf massiver Inzucht basieren, ist der Genpool des daraus entstandenen American Hairless Terriers, dank höchsten züchterischen Bemühungen, bemerkenswert groß und vital. Hier kann man erkennen, dass eine Zusammenarbeit unter Züchtern, um die Vitalität und Gesundheit der Rasse zu verbessern, durchaus funktionieren kann. Besonders wenn diese durch die Zuchtverbände mit einkreuzen von blutsfremden Hunden erlaubt und unterstützt wird.

Erneut entscheidet gewohnte Ästhetik über die Daseinsberechtigung von gesunden, natürlichen Mutationen. Beim Deerhound gibt es noch keine mutigen Züchter, die zum Auftreten von nackten Individuen in der Rasse stehen (13). Beim American Hairless Terrier sah es anders aus und somit haben wir eine weitere, ganz besondere Rasse, die Jahr für Jahr mehr Liebhaber gewinnt.

Nackthunde überzeugen durch ihre Vitalität, Langlebigkeit und außergewöhnlichen Charakter. Sie mögen exotisch und ungewöhnlich für unsere Augen sein, jedoch bestehen keinerlei Einschränkungen in ihrem Körperbau, die eine Bezeichnung als Qualzucht rechtfertigen könnte. Nur die Willkür von Unwissenden führt dazu, dass wir um unsere geliebten Rassen fürchten müssen. Solltet ihr auch weiterhin der Überzeugung sein, dass Haarlosigkeit für die Hunde eine Einschränkung bedeutet, die nicht vertretbar ist, solltet ihr euch auch im Klaren darüber sein, dass es keine Haustierrasse gibt, die nicht auf irgend eine Weise der Pflege des Menschen bedürften und somit die Daseinsberechtigung verlieren. Dies betrifft alle Hunderassen ausnahmslos. Ich persönlich möchte in keiner Welt ohne Hunde leben.

Hier auf dem Bild ist ersichtlich, dass die hündische Kommunikation ohne Fell kein Problem darstellt. Nackthunde verfügen über eine ausgezeichnete Mimik sowie Körpersprache, die problemlos von sozialisierten Hunden erkannt werden kann. Dieses Foto wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Chaudhry Selina mit ihrem peruanischen Nackthund Hugo.

03.03.2022 von Édua Elster, Facebook: Author – Illustrator Édua Elster, Instagram: author_illustrator_edua_elster, edua-elster@outlook.com, https://www.patreon.com/edua_elster

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Quellenangaben:

1. Bundesamt für Justiz, Tierschutzgesetz §11b, zuletzt geändert am 01.01.2022 https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__11b.html

2. National Geographic, 22.11.2017, Kristin Romey, This Hairless Mexican Dog Has a Storied, Ancient Past https://www.nationalgeographic.com/history/article/hairless-dog-mexico-xolo-xoloitzcuintli-Aztec

3. Journal of archaeological science. pp. 128-136. ISSN 0305-4403, 2018, Manin and others, Can we identify the Mexican hairless dog in the archaeological record? Morphological and genetical insights from Tizayuca, Basin of Mexico.
https://eprints.whiterose.ac.uk/135572/

4. Scientific reports, 14.07.2017 Kornelius Kupczik and others, The dental phenotype of hairless dogs with FOXI3 haploinsufficiency
https://www.nature.com/articles/s41598-017-05764-5

5. BBC News, 03.09.2019, Megan Janetsky, Masters of the pyramid: The dogs reclaiming their heritage
https://www.bbc.com/news/world-latin-america-49471593

6. Cultura Colectiva, 31.01.2022, María Isabel Carrasco Cara Chards, Xoloitzcuintli: The Ancient Hairless Dogs That Guided The Dead Into The Underworld
https://culturacolectiva.com/history/xoloitzcuintli-ancient-aztec-mexican-hairless-dog/#6

7. SA Expeditions, 20.02.2016, Nick Dall, saved from the brink of extinction: Peruvian Hairless Dog https://www.saexpeditions.com/blog/post/saved-from-the-brink-of-extinction-peruvian-hairless-dog

8. WKO, 17.12.2019, Rudolf Winkelmayer und Regina Binder, Gutachten über das Abschneiden von Vibrissen bei Hunden https://www.wko.at/branchen/k/gewerbe-handwerk/persoenliche-dienstleister/Tasthaare-schneiden-verboten.pdf

9. American Kennel Club, 01.01.2009, Official Standard of the Xoloitzcuintli
https://images.akc.org/pdf/breeds/standards/Xoloitzcuintli.pdf

10. Federation Cynologique Internationale, 26.10.2021, FCI-Standard N° 310, Perro Sin Pelo Del Perú (Peruvian hairless dog)
http://www.fci.be/nomenclature/standards/310g05-en.pdf#11

11. The Royal Society Publishing, 05.02.2017, Heidi G. Parker and others, The bald and the beautiful: hairlessness in domestic dog breeds
https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rstb.2015.0488

12. GSA G3 Genes/Genomes/Genetics, Volume 10, Issue 1, 01.01.2020, Heidi G. Parker and others, Whole Genome Analysis of a Single Scottish Deerhound Dog Family Provides Independent Corraboration That a SGK3 Coding Variant Leads to Hairlessnes
https://academic.oup.com/g3journal/article/10/1/293/6020298

13. Image source: Reddit, 2020, A hairless Scottish Deerhound, circa 1940´s https://www.reddit.com/r/interestingasfuck/comments/cwsuak/a_hairless_scottish_deerhound_circa_1940s/

 

30.4.2022

Quelle: Kanzlei Reuter_Lies

Gedanken zum Ausstellungsverbot und zur sogenannten Qualzucht

Die Hundewelt ist in Aufruhr- Anlass ist ein sogenanntes „plötzliches Ausstellungsverbot“ für Caniden, welche sogenannte Qualzuchtmerkmale ausweisen.

Hierin liegt schon bereits der erste Irrtum- so plötzlich und unerwartet kam die ganze Sache nämlich nicht; schon lange haben Tierschützer insbesondere die Brachycephalen und die Nackthunde im Visier.
Schon vor einiger Zeit bildete sich QUEN- eine evidenzbasierte Datenbank für zuständige behördliche Stellen, welche strukturiert bestimmte Informationen zur Verfügung stellt. Meines Erachtens nach, hätten Rassehundezuchtverbände bereits mit Veröffentlichung dessen in Alarmbereitschaft versetzt werden müssen.

Lange Zeit schon ist die Hundewelt gespalten- Tierschützer stehen vermeintlich auf der einen und Hundezüchter vermeintlich auf der anderen Seite; einigen wenigen ist es scheinbar nur möglich gut zusammen zu arbeiten, was per se sehr schade ist.

Nunmehr ist am nächsten Wochenende die Internationale Rassehundeausstellung in Erfurt geplant, einst ein international gefeiertes Event für Hundeaussteller aus aller Welt, wird es wohl dieses Jahr eher ein Trauerspiel werden.

Nahezu unmöglich zu erfüllende Auflagen wurden für Hundeaussteller erlassen, so dass Teilnehmer neben den Meldegebühren und steigenden Spritpreisen, begleitet von Hotelkosten, ihren Hund vor Eintritt zu den Messehallen noch einer umfangreichen tierärztlichen Untersuchung betreffend Qualzuchtmerkmalen zuführen müssen. Unterbleibt dies werden die Teilnehmer trotz bezahlter Meldegebühren am Einlass abgewiesen, so die Ankündigung.

Zu diesem Zweck wurden im Vorfeld umfangreiche Untersuchungsbögen an alle Aussteller versandt.

Doch was soll das, fragt sich der verständige Leser mit Recht ?

Die gesetzliche Grundlage findet sich in § 10 TierschutzHundeVO.

Danach sollen Hunde von Ausstellungen, also dem öffentlich zur Schau stellen von Hunden, ausgeschlossen werden, wenn ihnen Körperteile, insbesondere Ohren oder Rute, tierschutzwidrig vollständig oder teilweise amputiert worden sind oder
bei ihnen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten, weiterhin mit Leiden verbundene Verhaltensstörungen auftreten, jeder artgemäße Kontakt mit Artgenossen bei ihnen selbst oder einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt.
Entsprechendes gilt natürlich auch für sonstige Veranstaltungen, bei denen Hunde verglichen, geprüft oder sonst beurteilt werden.
Das klingt erstmal noch ganz harmlos.

Wenn Sie jetzt noch glauben, das betrifft nur die großen und internationalen Rassehundeausstellungen in Deutschland- so haben Sie weit gefehlt.
Selbstredend gilt dies auch für Besucherhunde an solchen, für sämtliche Sportveranstaltungen – sei es Agility oder Windhundrennen-/coursing.

So war es noch möglich, dass ein Hund, welcher beispielsweise unter Kryptorchismus litt, gleichwohl seiner Passion- nämlich dem Coursing, einer simulierten (Kunst-)Hasenjagd nachgehen konnte, dies ist nun nicht mehr möglich.

Ich, als leidenschaftliche Hobby- Züchterin von persischen Windhunden und Anwältin, frage mich wo ist der Mehrwert solcher fragwürdigen Regelungen.

Zunächst bleibt festzustellen, dass vorgenannte Norm per se zahlreiche unbestimmte Rechtsbegriffe enthält.
Dies führt zwangsläufig dazu, dass jeder zuständige Amtsveterinär diese nach seinem besten Wissen und Gewissen anwenden und mithin auszulegen hat.
Dass hiermit Willkür und subjektivem Handeln Tür und Tor geöffnet werden könnten, liegt für mein Dafürhalten klar auf der Hand.
Was passierte in Erfurt?
Per se wurden beispielsweise alle Rassehundebesitzer von Caniden über 60 cm verpflichtet, auf Grundlage einer Allgemeinverfügung der Stadt Erfurt vom 20.04.2022, welche nach dem § 41 ThürVwVfG öffentlich bekannt gegeben wurde, eine bildgebende Untersuchung zum Ausschluss von Cauda Equina Syndrom, eine Kompression des Rückenmarks, und Spondylose, knöcherne Zubildungen der Wirbelsäule, durchzuführen, andernfalls dürften sie nicht an den Wettbewerben teilnehmen.

Was bedeutet dies? Es handelt sich hierbei um eine Untersuchung, welche ausschließlich anlässlich einer Vollnarkose durchgeführt werden kann.

Erlauben Sie mir die berechtigte Frage, welcher verantwortungsvolle Hundebesitzer lässt ansatzlos, also ohne dass mein Hund entsprechende Sypmtome zeigt, eine Vollnarkose an seinem geliebten Vierbeiner durchführen, ohne dass es hierfür einen begründeten Anlass gibt? Jedenfalls in meiner Rasse ist mir kein einziger Fall von Spondylose und Cauda Equina bekannt; ich lebe schon einige Jahre mit Salukis zusammen.
Allerdings ist mir bekannt, dass insbesondere Salukis ein erhöhtes Risiko ausweisen auf Vollnarkosen empfindlich zu reagieren, auch sind sie nicht mit jedem Narkosemittel kompatibel- ich wäre ein Narr würde ich meinen geliebten Hunden eine solche Untersuchung zumuten.
Dies führte dazu, dass nahezu sämtliche Aussteller meiner Hunderasse ihre Hunde zurückgezogen haben.
Hierzu sollte man wissen, dass der Saluki eines der ältesten und ursprünglichsten Rassen überhaupt ist. Dieser Hund ist zum Jagen gezüchtet, das Durchschnittsalter der Rasse liegt bei 11,5 Jahren – dies bei einer Rasse, welche eine durchschnittliche Größe zwischen 62-70 cm ausweist.

Hinzu kommt der Zustand, dass jeder Amtsveterinär in Deutschland individuell die genannte Regelung umsetzen kann- bedeutet für den Aussteller, dass das was für Erfurt galt, in Dortmund noch lange nicht gelten muss.
Gleichwohl verkenne ich nicht die Bemühungen des VDH an dieser Stelle, das Untersuchungssystem zu vereinheitlichen- ein gewisses Restrisiko bleibt jedoch, da die finale Entscheidung bei den Veterinärämtern liegt.

Ich frage mich daher durchaus, welcher durchschnittlich gebildete Mensch würde im monatlichen Abstand also zum MRT, Krebsvorsorge und Gentest spazieren?

Besonders hart getroffen hat es die Nackthunde und Brachycephalen.
Auch bei den peruanischen Nackthunden beispielsweise handelt es sich um eine ursprüngliche Rasse, welche seit Tausenden von Jahren in den Ursprungsländern (Peru) überlebt hat, plötzlich mit dem Import nach Europa, erleiden diese Hunde also einen Sonnenbrand? Mit Verlaub, das müsste Ihnen bereits beim Lesen einen Schmunzler in das Gesicht zaubern.
Fehlende Zähne werden als Qualzucht bezeichnet- ich frage Sie aufrichtig- wie viele Haus-oder Familienhunde sind Ihnen persönlich bekannt, die morgens und mittags die Haustür aufgemacht bekommen, um sich selbst ein Reh fangen zu dürfen und dies fachmännisch zerlegen müssen, um nicht zu verhungern?
Wahrscheinlicher ist wohl das Szenario, dass der moderne Haus- und Familienhund mit Dosen der Futtermittelindustrie aufgezogen werden, gleichwohl sich BARF mehr und mehr etabliert.
In Hessen jedenfalls ist dies verboten, dem steht nicht nur die HundeVO entgegen. Die praktische Relevanz ist daher verschwindend gering.

Auch die Brachycephalen muss man kritisch bewerten. Der VDH angeschlossene Zuchtverband hat die Defizite selbst erkannt und bereits seit Jahren die Zucht in die richtige Richtung gesteuert- so muss der Mops beispielsweise einen Belastungstest machen, dieser Belastungstest ist in aller Regel für den Besitzer die größere sportliche Belastung, nicht selten mangelt es diesen an Ausdauer, während der Hund selbst hoch motiviert am Ende des Tests regelmäßig auf weitere, lustige Aufgaben wartet.

Wenn Sie nunmehr glauben, es trifft nur brachycephale Rassen und Nackis, so seien Sie versichert- so ist dem nicht.

Auch die beliebten Rassen, beispielhaft sei der Golden Retriever genannt oder der Pudel, haben ebenso eine lange Liste Qualzuchtmerkmale.
Wenn Sie bis hierher noch gedacht haben, dass Sie das als einfacher Hundehalter mit dem Familienhund nichts angeht- weit gefehlt. Verstirbt ihr geliebter Freizeitpartner in einigen Jahren, sie suchen dann den Ihnen vertrauten und vielleicht befreundeten Züchter auf, so kann es gut möglich sein, dass es diesen Züchter schlicht nicht mehr gibt.

Ich verkenne nicht, dass man Tierquälerei absolut zu unterbinden hat; ich verkenne auch nicht die Mühen des Gesetzgebers.
Hier ist jedoch eindeutig die Verhältnismäßigkeit für die getroffenen Maßnahmen nicht gewahrt.
Wenn es das Ziel sein sollte, die gesunde Rassehundezucht zu fördern, so macht es keinen Sinn, an der kontrollierten Rassehundezucht der VDH Vereine die Stellschrauben anzusetzen.

Zum Verständnis muss man einmal die Welpenzahlen heranziehen.
Im Corona- Jahr 2020 wurden im VDH ganze 251 Mopswelpen geboren, im Jahr 2006 waren es noch doppelt so viele Welpen.
Geschätzt leben in Deutschland jedoch etwa 80.000 Möpse jeden Alters. Dementsprechend gibt es eine große Population von Möpsen außerhalb dieser VDH Zuchtregularien. Man kann also ganz deutlich erkennen, dass der größte Teil von Mops-Welpen gerade nicht aus der VDH Zucht stammt, sondern vermutlich fern von kontrollierter Hundezucht stammt; also solcher Produktion, wo gerade kein Belastungstest und keine Gesundheitsuntersuchungen stattfinden.
Wir erinnern uns- sanktioniert durch das Ausstellungsverbot werden jedoch ausschließlich diese Hunde aus kontrollierter Verbandszucht, alle anderen dürfen mangels Verbandszugehörigkeit keine Schau besuchen.

Es werden also, wenn auch in allerbester Absicht, genau die falschen Züchter und Hunde bestraft und mit nicht nachvollziehbaren Auflagen sanktioniert.

Was erwartet uns in naher Zukunft?
Der Ausblick und die Geschwindigkeit, mit welcher die Regelungen förmlich durchgepeitscht wurden, lassen vermuten, dass das Ausstellungsverbot nicht das Ende sein wird.
Eingeholte Gutachten lassen erkennen, dass das Ziel wohl ein Zucht- und Haltungsverbot für Caniden mit Qualzuchtmerkmalen sein wird.

Daher ist es jetzt wichtig, dass man handelt, und zwar sofort, wenn wir nicht unsere geliebten Rassehunde aufgeben wollen.
Züchter sollten zusammenhalten und müssen gemeinsam gegen solch willkürlich anmutenden Verfügungen vorgehen; in Erfurt läuft noch immer die Rechtsmittelfrist bezüglich der vorgenannten Allgemeinverfügung.
Ein Widerspruch des Adressaten, also der Aussteller, lohnt in jedem Fall; gegebenenfalls sollte das Verfahren im Wege der Fortsetzungsfeststellungsklage fortgeführt werden.

Durchaus muss man abwägen, ob die geforderte Untersuchung in Vollnarkose nicht eher ein Verstoß gegen § 17 des TierSchG darstellt, als dass es einen Nutzen hat.
Ich persönlich finde es äußerst bedenklich, dass ein Amtsveterinär fordert, dass ich eine lebensbedrohliche Handlung an meinem Tier vornehmen lassen sollte.
Hier heiligt der Zweck meines Erachtens nach definitiv nicht die Mittel.

Auch wenn es regelmäßig heißt formlos, fristlos, fruchtlos könnte jedoch eine Dienstaufsichtsbeschwerde der Züchter geboten erscheinen- insbesondere unter dem vorgenannten Aspekt, dass ich mich förmlich zur Vornahme einer strafbaren Handlung genötigt fühle, wenn ich meinen Hund auf einer Zuchtschau präsentieren möchte.

Diese unsäglichen Maßnahmen stellen nicht nur ein Problem für uns Züchter dar, so galt doch ein Championat durchaus als Qualitätsmerkmal für den Züchter und den Hund, auch ist man stolz auf seine Tiere; sondern es führt zu erheblichen Einbußen sowohl bei dem Landesverband im VDH- Thüringen.

So kann man das Gedankenspiel weiter fortführen- betroffen sind schließlich auch die Industriestände auf der Messe, welche mit deutlichen Einbußen der Einnahmen rechnen müssen.

Juristisch müsste man insoweit auch prüfen, ob dieser Eingriff nicht mein Recht der Berufsausübung unzulässigerweise einschränkt, zumindest soweit formal-juristisch auch gewerbliche Züchter betroffen sind; wie auch die Futtermittelindustrie; ein mögliches Zucht- und Halterverbot würde jedoch deutlich in mein Grundrecht Eigentum eingreifen- also auch hier gibt es zahlreich juristische Prüfungspunkte, die zu berücksichtigen sind.

Auch die Tierärzte gehen auf die Barrikaden- mit Recht, folgt man beispielsweise dem Blogger Tierarzt Ralph Rückert.

Die Reaktionen auf die Gesundheitsfragebögen der einzelnen Tierärzte waren bunt gemischt- gefordert wird schließlich nicht nur, dass Lumpi quietschfidel ist, sondern zum Teil fachtierärztliche Untersuchungen, die der Haustierarzt in der Regel nicht leisten können wird.
Ein MRT schlägt mal eben schnell mit 800,00 € und mehr zu Buche; zudem sind viele Untersuchungen zeitintensiv und rauben den Tierärzten die wichtige Zeit für die tatsächlichen Notf(e)lle. Viele Tierärzte leben in Angst und Schrecken, da sie die Folgen des Ausfüllens dieser Bögen weder juristisch abschätzen können, noch hierbei irgendeine Hilfestellung erhalten.

Nicht zuletzt wehre ich mich entschieden dagegen, dass die Züchter lange Zeit über Sinn und Inkrafttreten der Maßnahmen im Unklaren verblieben sind.
Subjektiv betrachtet fühlt man sich als Züchter tatsächlich ein wenig unter Generalverdacht gestellt- aber seien Sie gewiss, verehrter Leser- auch wir Züchter lieben unsere Hunde: wir verzichten auf Partys zu Silvester, weil wir unsere Hunde nicht alleine lassen. Wir verzichten auf Luxusurlaub in der Karibik aus Liebe zu unseren Fellnasen; bevor ich mir einen Mantel kaufe, lasse ich lieber einen Hundemantel anfertigen für meinen Hund. Wir bangen mit unserer Hündin bei jeder Geburt, schlafen nächtelang nicht und wachen über Mutter und Welpen; wir geben Geld für Tierarzt und Zubehör aus, bevor wir an uns selbst denken.

Die Lösung muss daher sein, dass handelnde Amtsveterinäre einen sinnvollen und rechtssicheren Leitfaden erhalten.
Unbestimmte Rechtsbegriffe müssen klar definiert werden; und zwar sinnvoll statt willkürlich. Es müssen dabei der Ursprung und die Verwendung einer jeden individuellen Rasse hinreichend berücksichtigt werden, statt pauschalisiert tierschutzwidrige Maßnahmen zu fordern; es sollten Statistiken erhoben werden anhand der rassespezifischen Defizite und Stärken.
Auch wenn die Regelungen derzeit unbestimmte Rechtsbegriffe enthalten, bedeutet dies jedoch nicht, dass Amtsveterinäre sich in einem rechtsfreien Raum bewegen, ebenso wie Züchter.

Entscheidungen müssen individuell getroffen werden; nicht pauschal beispielsweise alle Hunde über 60 cm müssen zur bildgebenden Untersuchung. Ein Saluki ist wohl kaum vergleichbar mit einer Deutschen Dogge, so dass diese Pauschalisierung in der Quintessenz völliger Nonsens ist.

Eine kritische Beachtung sollten daher die anstehenden Maßnahmen erfahren.
Wir werden sehen, unter welchen Voraussetzungen zukünftig Ausstellungen und Sport möglich sein werden, auch sollten wir der Zucht und Haltung ein besonderes Augenmerk schenken.

Unabhängig von den vorgenannten Beispielen, hat die Umsetzung der Vorschriften auch nicht unerhebliche Auswirkungen auf die internationalen Beziehungen der Kynologen weltweit.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

 22.4.22

Der Artikel „Sind Nackthunde eine Qualzucht“ ist der Anfang dieser Themenreihe.

Die Qualzuchtdebatte wird immer akuter und betrifft immer mehr Züchter und mittlerweile auch Halter. Man darf z.B. mit einem Nackthund das Gelände mancher Ausstellungen, Heimtiermessen und Hundesportveranstaltungen nicht mehr betreten (1, 2). Bei anderen Rassen muss man entsprechende Gesundheitsdokumente vorweisen. Getrimmte oder geschorene Hunde, bei denen die Vibrissen durch die nötige Fellpflege gekürzt wurden, dürfen ebenfalls nicht einmal das Gelände betreten. Es betrifft jetzt wirklich nicht mehr nur Randgruppen.

Generell bin ich ein absoluter Freund davon, dass in der Zucht und auch bei Ausstellungen strengere Regeln eingeführt werden und nur noch körperlich gesunde Hunde eine Chance auf eine Siegerehrung bekommen, aber hier geht es gerade in eine sehr falsche Richtung. Auch an Hunde die Krankheiten rezessiv tragen, werden bereits Zuchtverbote erteilt. Dies führt Zwangsweise zu einem sehr eingegrenzten Genpool und fördert andere Erkrankungen und Deformationen. Eine Zucht mit Träger mal frei ist ein wichtiges Werkzeug in der Hundezucht um den Genpool offen zu halten, aber Erbkrankheiten trotzdem zu vermeiden. Offensichtlich kann ein Ausschluss von Trägern nicht zielführend sein um die Gesundheit von Hunden zu verbessern, nur weil ein Welpe in unseriöse Hände geraten könnte, die eine Träger mal Träger Verpaarung durchführen könnten. Wäre es nicht viel Sinnvoller empfindliche Strafen an unkontrollierte Vermehrer zu verhängen, als bei seriösen Züchtern Verbote zu erteilen?
Vergessen wir dabei nicht, dass eine Rückzüchtung von belasteten Hunderassen wie z.B. Englische Bulldoggen oder Mops nicht mehr stattfinden kann, da man in den ersten Generationen ebenfalls nicht vermeiden kann, dass auch Individuen mit gesundheitlichen Einschränkungen geboren werden.

Wenn schon bei der Rasseliste (Kampfhundedebatte) kein Zusammenhalt unter den Hundehaltern war und dann auch keinerlei Interesse an der Diskriminierung von Nackthunderassen vorhanden ist, so ist es jetzt wirklich Zeit zusammenzuhalten und die Rassehundezucht zu retten. Es betrifft nicht nur Züchter, sondern auch Halter. Auch der Tierschutz sollte nicht wegschauen, weil guter Tierschutz nur mit seriöser Tierzucht Hand in Hand funktionieren kann. Ohne sie ist Tür und Tor für Vermehrer geöffnet, denn die Anfrage wird leider nicht sinken, nur weil die Zahl seriöser Züchter zurückgehen wird. Das sehen wir sehr deutlich bei listenhundeähnlichen Mischlingen, die auf dem Markt geradezu boomen, trotz strengster Auflagen gegen Listenhunde und dessen Kreuzungen.

Leider gibt es sehr viele fleißige Menschen auf der gegnerischen Seite aber kaum welche auf unserer. Jedem, dem Rassehunde wichtig sind, kann zum Aufklären beitragen. Bitte teilt Beiträge mit Quellenangaben wie meinen fleißig in allen Kanälen. Meine Beiträge sind auf Facebook sowie auf Instagram zu finden und sie dürfen sehr gerne mit Autor und Quellenangaben ungekürzt auf Websites gestellt werden oder an Behörden/Ämtern/Vereinen weitergeleitet werden. Je häufiger ihr meinen Beitrag und meine Seite liket und kommentiert, umso größer wird die Reichweite und umso mehr Personen können aufgeklärt werden. Persönliche Differenzen haben hier nichts mehr zu suchen. Ihr schadet dabei nicht mir, sondern euren geliebten Hunderassen. Das gilt auch für persönliche Differenzen mit anderen Hundehaltern und Züchtern. Nur zusammen sind wir stark!
Ich persönlich habe keinerlei Nachteile durch zukünftige Verbote, aber ich möchte nicht, dass andere auf Ausstellungen, Sportveranstaltungen und Messebesuche verzichten müssen, dass Züchter ihre Zuchten aufgeben müssen und Hundeliebhaber ihre Tiere nur noch im Ausland (ggf von der Welpenmaffia) bekommen können.
Zurück lehnen und hoffen, dass es andere für euch regeln (Besonders die ausnahmslos für jeden sympathisch sind, solche Menschen gibt es nicht) und die Situation von alleine besser wird, wird nicht geschehen. Das kann ich euch aus Erfahrung bezüglich der Listenhunde versprechen!

Marita Briese

Das Thema Qualzucht betrifft nicht mehr nur Nackthunde und Bulldoggen. Schneidest du deinem Hund die Barthaare bei der Fellpflege, fehlt deinem Hund ein anderer Zahn als P1, ist dein Hund mit einer natürlichen Stummelrute geboren worden oder hat die falsche Farbe? Tja, dann könnte es sein, dass du das Gelände von Ausstellungen und Hundesportveranstaltungen bald nicht mehr betreten darfst.

Helft mit diese Willkür zu beenden! Solche Regelungen reduzieren die Anzahl echter Qualzuchten in keinster Weise, denn skrupellose Vermehrer gehen nicht auf Ausstellungen oder Hundesportveranstaltungen. Sie reiben sich aber bereits die Hände, um die Lücke der seriösen Züchter zu füllen und noch mehr Leid zu verursachen!

Foto: Marita Briese

Foto: American Hairless Terrier und Miniature Bullterrier 2017 von Édua Elster

22.04.2022 von Édua Elster, Facebook: Author – Illustrator Édua Elster, Instagram: author_illustrator_edua_elster, edua-elster@outlook.com, https://www.patreon.com/edua_elster

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Quellenangaben:

1. VDH-Landesverband Thüringen e.V., Aktuelle Infos: http://www.vdh-thueringen.de/erfurt22/

2. Hund & Katz, Tierschutzverordnung https://www.messe-hund-und-katz.de/hundeaussteller/tierschutzhundeverordnung